Chor der Kirche Neuenegg

Dem flüchtigen Betrachter fällt es vielleicht gar nicht auf - aber beim genaueren Hinsehen und auch auf dem Foto wird es klar, dass der Chor unserer Kirche vom Schiff deutlich abgehoben ist. Er ist etwas schmaler und vor allem deutlich höher. Das ist nicht nur hier in Neuenegg so, sondern bei vielen mittelalterlichen Kirchen der Fall. Der Grund liegt in den damaligen verschiedenen Besitzverhältnissen.


Unser Kirchenschiff erhielt seine heutige Form im Wesentlichen im frühen 14. Jahrhundert, etwa zur Zeit der Laupenkriege. Das Geld für eine grosse Kirchenerneuerung (und um eine solche ging es, denn unsere heutige Kirche wurde auf den Fundamenten von Vorgängerbauten errichtet, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichten) aufzubringen, war damals nicht einfach. So halfen verschiedene Geldgeber mit: der Bischof von Lausanne, die weltliche Berner Herrschaft, aber auch die Einwohner der Kirchengebiete (sogenannte Feuerstätten), die damals auch noch Laupen und freiburgisches Gebiet umfassten. Entstanden ist so ein schlichtes, schönes, erdverbundenes Kirchenschiff mit dicken Mauern, in wendig gefüllt mit Sensegestein (die vier Fenster wurden erst viel später in der heutigen Form herausgebrochen).


Über den Bau des Chors wissen wir wesentlich mehr und Genaueres.
Hier ist auch klar, wer der Bauherr war. Bauherren waren die Deutschritter der Komturei in Köniz. Der Deutschritterorden, der zur Zeit der Kreuzzüge in Akkon im Heiligen land gegründet worden war, verfügte auch in Europa durch Schenkungen im Verlauf der Zeit über grosse Ländereien, die nach der Vertreibung der Kreuzritter aus Israel noch vergrössert wurden. Im Jahr 1226 schenkte der deutsche Kaiser Freidrich II. den Deutschrittern die
Komturei Köniz mit grossem Landbesitz und verschiedenen Kirchenrechten. So kamen die Deutschherren auch zum Kirchensatz von Neuenegg, d.h., sie verfügten über das Kirchenland und das Recht, hier den Priester einzusetzen, unter Vorbehalt der Zustimmung des Bischofs von Lausanne. Die Priester setzten sie jeweils aus den eigenen Reihen ein, verfügte doch der Orden neben den Rittern auch über Priester. Dieses Kirchenrecht in Neuenegg verpflichtete sie, zum Chor der Kirche zu schauen.

In den Jahren 1452/53 haben sie den Chor in seiner jetzigen, gotischen Form gebaut und dabei nicht gespart, sondern ein dauerndes Werk geschaffen. Der Chor ist aus einem Guss mit seinen hochgotischen Spitzbogenfenstern mit schönem Masswerk und dem halbrunden Chorbogen als Abschluss; ein wirklich gelungenes Werk in Höhe und Harmonie. Einzig die Chortüre nach Süden wurde erst anfangs des 20. Jahrhunderts herausgebrochen.

So verfügen wir in Neuenegg dank der Grosszügigkeit und dem internationalen Stilempfinden der Deutschritter über einen ausserordentlichen schönen Chor. Die Chöre der alten Kirchen im Bernerland blieben übrigens noch lange im Besitz der Herrschaft, d.h., dass sie nach der Reformation dem Stande Bern gehörten. Erst im Lauf des 20. Jahrhunderts wurden sie nach und nach den Kirchgemeinden geschenkt. Heute ist die Kirchgemeinde Neuenegg grundbuchmässige Besitzerin der ganzen Kirche und auch des Bodens bis zur Umfassungsmauer.

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