Das Sakramentshäuschen

Vorne links im Chor unserer Kirche befindet sich, eingerahmt von sorgfältiger Steinhauerarbeit und mit einem vergoldeten Gitter abgeschlossen, ein kleines Schränklein.
Unter den Reformierten werden wohl nur wenige wissen, was seine Funktion einmal war, während Katholiken diese Frage sicher beantworten können.
Hier wurde vor der Reformation - sie fand im Bernischen Herrschaftsgebiet 1528 statt - nach einem Abendmahl (der Messe), das nicht verteilte Brot aufbewahrt (in der Form von runden Oblaten, wie sie in der katholischen Messe noch heute verwendet werden). Da dieses nach der vorreformatorischen Vorstellung den Leib des Herrn, also den Leib Jesu darstellte, befand sich in diesem Schränklein das Allerheiligste, das Sakrament. In katholischen Kirchen ist das bis heute Praxis.

Das Sakraments-Häuschen hatte deshalb innerhalb der Kirche eine sehr zentrale Funktion und war entsprechend wichtig. Aus den Quellen wissen wir recht gut Bescheid über seine Entstehung. Im Jahr 1453 inspizierten die Abgesandten des Bischofs von Lausanne, der für Neuenegg zuständig war, unsere Kirche und beanstandeten das Fehlen dieses Häuschens und forderten seinen sofortigen Einbau. Sorgfältig und qualitätsbewusst haben unsere Vorfahren den Mangel behoben. Über Steinhauer und Kunsthandwerker wissen wir nichts und kennen keinen Namen. Aber mit grossem Gefühl für Stil und Material haben sie das Schränklein geschaffen, mit dem Haupt Jesu über den als seinen Leib verstandenen Oblaten im Wandinnern, mit den beiden Engeln mit Bändern darüber und den schönen und kraftvollen Simsen und Abschlüssen darum herum. Das Gitter gestalten sie ebenfalls kostbar und mit einer Möglichkeit zur Verriegelung. Denn es bestand im Mittelalter die Gefahr, dass die geweihten Oblaten zu allerhand Zauberkünsten gestohlen wurden.

Seit der Reformation hat das Schränklein keine direkte Funktion mehr, es wurde aber durch all die Jahrhunderte hindurch beibehalten, aus Respekt vor der Tradition und wohl auch wegen seiner Ausstrahlung. So bildet es ein Zeugnis der reichen und vielfältigen Geschichte unserer Kirche, die mit periodischen massiven baulichen Veränderungen schon fast 1000 Jahre lang auf der Nüweneck über dem Sensetal steht.
Denn nur der Platz, auf dem unsere Kirche steht, trug ursprünglich den Namen Nüweneck (Neuenegg), der sich dann im Verlauf der Zeit auf die ganze Gemeinde übertragen hat.

Jahreslosung 2022

Bildquelle: Jahreslosung-2022-Bahlinger-Kunstblatt
Bildquelle: Jahreslosung-2022-Bahlinger-Kunstblatt

Fürbitte für die Menschen in der Ukraine und Russland

Wir zeigen uns erschüttert und sprachlos: “Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Menschen, die nun um ihr Leben fürchten und die erleben, wie Leid und Tod in ihre Städte und Dörfer einziehen.” Wir alle sind aufgefordert, in Gebet und Fürbitte unsere Sorgen vor Gott zu bringen und für den Frieden zu beten.

Beten – das heisst, wir verstummen nicht, auch nicht angesichts der Grösse und Komplexität der Situation in der Ukraine und Russland.

 

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Informationen zur Situation in der Ukraine

Die Geschäftsstelle des kantonalen Führungsorgans (KFO) verfolgt die Lage in der Ukraine. Auf der Homepage des Kantons Bern, Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär, werden Fragen im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine beantwortet. Zum Beispiel bezüglich Treibstoffrationierung, Notvorräte oder Schutzräume und welche Unterstützungen geleistet werden können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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